Die Nutzung der Wasserkraft ist neben Kernkraft das Rückgrat der schweizerischen Stromversorgung. Mit der Energiewende sollten insbesondere die Regel- und Speicherkapazitäten an Bedeutung gewinnen. Noch bleiben viele Fragen offen.
Die Wasserkraft produziert in der Schweiz 55 Prozent des gesamten Strombedarfs. Die Wasserkraft verfügt nachweislich über die beste Ökobilanz aller Stromquellen und verursacht am wenigsten klimaschädigende Treibhausgase.
Roger Pfammatter, Geschäftsführer des Schweizerischen Wasserwirtschaftsverbandes, sieht durchaus noch Ausbaupotenzial im Wasserschloss Schweiz. Das technisch realisierbare und finanziell verträgliche Gesamtpotenzial unter optimalen Bedingungen wird auf total 42,5 TWh geschätzt. “Der gegenüber der heutigen mittleren Produktionserwartung theoretisch mögliche Zubau liegt also in der Grössenordnung von 6,5 TWh”, schreibt Pfammatter im “Bulletin”, dem Fachblatt der Schweizerischen Elektrizitätswirtschaft.
Als mögliche Wege, die Leistung zu steigern, sieht Pfammatter den Ausrüstungsersatz und andere Effizienzsteigerungen, beispielsweise Erhöhungen der Wirkungsgrade von Maschinen, Ausbaggerungen oder die Reduktion von Reibungsverlusten. Auch die Erweiterungen und der Umbau bestehender grosser Anlagen (neue Fassungen, neue Stufen, Erhöhungen von Staudämmen) sowie der Neubau von kleinen und grossen Anlagen könnten zum Ziel führen.
Die entscheidende Frage ist gemäss dem Autor, wie viel vom Potenzial wirtschaftlich rentabel und ökologisch verträglich sowie innert nützlicher Frist realisierbar sei. Es gebe zwar interessante Erneuerungs- und Ausbauideen, “viele scheitern aber noch an der Rentabilität, an der Investitionssicherheit, an unzähligen Schutzanliegen und Widerständen oder schlicht am politischen Willen.” Grundsätzlich gebe es zwei Szenarien. Für die Schätzung des realisierbaren
Potenzials müsse deshalb unterschieden werden, zwischen einem Minimalszenario «Weiter wie bisher», und einem Maximalszenario «Anpassung der Rahmenbedingungen». (scc)
Branche Wasserkraft – “Ausbaupotenzial der Wasserkraft”
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